Ungewöhnliche Arbeitsweise für außergewöhnliche Instrumente

Wenn Konrad Kohlert ein altes Meisterinstrument kopiert, will er dem Klang des Originals so nahe wie möglich kommen. Dazu bedient er sich einer ungewöhnlichen Technik. Wie bei einer Kathedrale plant und konstruiert er zuerst den Innenraum. Das heißt, er beginnt - im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen - mit der Gestaltung der Innenwölbung. Die Plattenstärken werden anschließend von außen draufgesetzt. Bei dieser Konstruktionsweise wird ein kleiner konischer Birnbaumnagel, der so genannte "Central-Pin", im Klangzentrum (Schwerpunkt) des Bodens verankert.

"Das Innenvolumen des Korpus, also die Innenwölbung, ist entscheidend für den Klang. Der Vorteil ist, dass ich bei dieser Arbeitsweise den Klang von vorneherein gezielter beeinflussen kann. Allerdings ist diese Methode etwas zeitaufwendiger und nur in Handarbeit zu bewerkstelligen. Sie eignet sich daher nicht für die maschinelle Fertigung. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum diese Arbeitsweise noch nicht so verbreitet ist."

Bau der Zargen

Die Zargen baut Kohlert nach der italienischen Methode über der Innenform mit stumpf und lang
in die Ecken laufenden Mittelbugreifchen.

Lackarbeiten nach Cremoneser Vorbild

Lackiert werden die Instrumente mit einem relativ weichen, dünnen Öllack - gefärbt mit Pigmenten nach Cremoneser Vorbild auf goldbraunem Grund. Konrad Kohlert stellt seinen Lack nach eigener Rezeptur selbst her. Meistens werden die Instrumente als Altimitation gebaut. Dies bedarf einer vorbereitenden Behandlung bereits vor dem Lackieren.

Vom Klangholz zum Meisterinstrument

Alle Instrumente werden von Konrad Kohlert in reiner Handarbeit gebaut - bis ins kleinste Detail. Mit Erfahrung, Ausdauer, Hingabe und viel Fingerspitzengefühl entstehen so Meisterinstrumente mit außergewöhnlichen Klang- und Spieleigenschaften. Von erlesener Schönheit.